Terra Preta – fruchtbare Gartenerde und gleichzeitig Klimaschutz

Terra Preta, die legendäre Schwarzerde der Indios aus dem Amazonas, stand im Mittelpunkt eines Workshops, zu dem der Kreisverband Rottal-Inn alle Obst-und Gartenbauvereine eingeladen hatte.

Das Interesse an der Herstellung der Terra Preta-Erde und Informationen darüber, wie angereicherte Holzkohle das Bodenleben positiv beeinflusst, war sehr groß; ca. 30 Teilnehmer hatten sich im Garten der Fam. Schäffler in Lampersdorf eingefunden.

Kreisvorsitzender Herr Konrad Kronschnabl begrüßte alle anwesenden Teilnehmer und war sehr erfreut, dass auch unser Bezirksvorsitzende, Herr Michael Weidner der Einladung gefolgt war.
Xaver Pongratz, Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Arnstorf und ein überzeugter Anwender der Terra Preta, hatte den Workshop angeregt und auf die Vorzüge der Terra Preta verwiesen.
Der Referent Herr Edmund Schäffler hielt eine kurze Einführung über die Historie, den Wert der Holzkohle, wie man Terra Preta-Substrat selbst herstellt und dabei der Humusaufbau gelingt.
Die Holzkohle hat eine enorme Speicherfähigkeit, sie wirkt wie ein Schwamm und nimmt in seinen unzähligen feinen Poren Nährstoffe und Wasser auf und gibt diese bei Bedarf an die Pflanze ab. Durch die gesteigerte Fruchtbarkeit der Erde wird auch der Schädlingsdruck (auch Schnecken) stark reduziert.
Der Referent wies darauf hin, dass bei der Herstellung der Kohle über Pyrolyse (Holzvergasung) der im Holz eingelagerte Kohlenstoff (CO2) zum großen Teil in der Holzkohle dauerhaft verbleibt. Wissenschaftler sehen in der Holzkohle die mächtigste Klimaschutzmaschine, die wir besitzen. Die Holzkohle bleibt über Jahrhunderte im Boden stabil.

Im praktischen Teil wurde in einem Erdtrichter Holzkohle hergestellt. Dazu wurde trockener Strauch- und Baumschnitt verwendet.
Xaver Pongratz hatte eine große Feuerschale umgebaut, in der er eine spezielle Luft-führung um die Schale anbrachte, damit die Sauerstoffzufuhr nur von oben möglich ist. Nach dem Anheizen werden die entweichenden Holzgase abgebrannt und laufend Holz nachgelegt. Dadurch wird die Kohle über 450 Grad Celsius erhitzt und mögliche Schadstoffe vernichtet. Das Ganze kann mit einer Grillveranstaltung verbunden werden, indem man über die Feuerschale mit einem Dreibein einen Grillrost aufgehängt - eine gute Kombination.
Beendet wird die Kohleherstellung indem man die Kohle mit einer Wasserzufuhr von unten ablöscht.
Zum Schluss demonstrierte Herr Schäffler, wie die Terra Preta aufgesetzt wird.
Man nehme 4 Teile Rasen-/Grasschnitt und Ast-oder Strauchschnitt fein gehäckselt, 2-3 Teile Dung (z.B. Pferdemist/Rindermist), 1-2 Teile möglichst feine Holzkohle, 1 Teil Urgesteinsmehl und etwas fertigen Kompost.
Das gut vermischte Substrat wird noch mit Regenwasser angefeuchtet und in einem zum Boden hin offenen Behälter oder als Haufen bzw. Miete aufgesetzt und mit Folie luftdicht abgedeckt. Das Material sollte dabei verdichtet werden.
Je nach Außentemperatur fermentiert das angesetzte Material im sauren Bereich ca. 4-6 Wochen. Ähnlich wie in der Landwirtschaft die Silage. Bei der Fermentation wird die zugeführte Holzkohle biologisch belebt und aufgeladen.
Nach der Fermentation soll das Material noch ca. 6 Monate luftig, aber feucht, gelagert werden, bis sich ein erdiger Geruch einstellt.
Bringt man Holzkohle ohne vorherige Belebung auf Flächen aus, ist diese wirkungslos und führe zu Wachstumshemmung. Trockene und leere Holzkohle entzieht dem Boden Nährstoffe und Wasser.
Schädliche Klimagase entweichen auch bei der herkömmlichen Kompostierung, bei der sogenannten thermischen Rotte. Das organische Material fällt hierbei um die Hälfte zusammen. Die Kohle würde hier die Nährstoffe und das Wasser binden, eine Überdüngung durch zuviel Kompostgaben ist nicht möglich und eine Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser wird vermieden.

Mit dieser genialen Methode betreiben wir Klimaschutz und gleichzeitig Humusaufbau, sagte uns Herr Schäffler.
Die Terra Preta-Technik schaffe Böden, die in der Lage seien, hochwertige Pflanzen voller Inhaltsstoffe gedeihen zu lassen, die den Menschen gesund und fit halten.

Am Ende des Workshops bedankte sich Herr Kronschnabl für das große Interesse und überließ die Teilnehmer zu einer Brotzeit in den idyllischen Naturgarten der Familie Schäffler. (Text und Bild, Machtl)

 

von links nach rechts: Schießl Julia, Hüttinger Amelie, Schwate Jana, Haider Emma, Wiesbauer Lea, Kiermayer Leni, Schock Lena.
Die beiden vom Hexenvorstand sind ganz hinten von links: Hexe Renata (alias Renate Bauhuber) , Hexe Bibi Kellerberg (alias Gudrun Mehring)

Merken

Zurück