Natur und Technik am Unteren Inn

Den Lebensraum „Unterer Inn“ etwas näher unter die Lupe zu nehmen, das war dieses Jahr Ziel des Ausflugs der Kindergruppe des Gartenbauvereins Pfarrkirchen. Zusammen mit den Kindern des Ferienprogramms Pfarrkirchen machten sich die Betreuer unter der Leitung von Vorsitzender Christine Fuchs-Kastl auf den Weg ins Europareservat nach Ering am Inn. Im Diorama des Infozentrums, das mit Schilf und Wasser der Natur nachempfunden ist, konnte man erste Eindrücke über die seltene Tier- und Pflanzenwelt gewinnen. Nach einer kurzen Einführung der erfahrenen Försterin und Gebietsbetreuerin Andrea Bruckmeier über die Bedeutung und Ökologie des Inns, ging es , ausgerüstet mit Ferngläsern, auch schon los zur Führung durch den Auwald. Der Weg führte durch Feuchtgebiete und üppige Vegetation vorbei an Biberburgen. Die Kinder staunten über die kräftigen, langen Zähne des Bibers, die ihnen von der Biologin anhand eines skelettierten Biberkopfes gezeigt wurden. Wie ein Eichelhäher seine Vorratsnüsse versteckt oder wie Fledermäuse auf Beutefang gehen lernte die Gruppe spielerisch.
Am Inndamm angekommen, zückten alle das Fernglas und beobachteten die zahlreichen Wasservögel auf den Schlickbänken. Sogar ein „Seeadler“ wurde gesichtet, der sich später allerdings als Treibholz entpuppte. Intensiv widmeten sich die Gartler natürlich der Bestimmung der heimischen Pflanzenwelt des Inndammes.
Zur wohlverdienten Brotzeit ging es über die Innstaustufe auf die österreichische Seite zur alten Burganlage Frauenstein, die mit ihrer Ruhe und Gemütlichkeit zum Verweilen einlud. Ehemalige Burgbewohner aus den verschieden Adelsgeschlechtern , eindrucksvoll arrangiert in digitalen Bilderrahmen, erzählten den Kindern die Geschichte der Burg.
Noch schnell eine kleine Erfrischung am Kneipbrunnen, bevor die Besichtigung des Laufwasserkraftwerks Ering-Frauenstein auf dem Programm stand. Herr Wolfgang Wittich erwartete die Ausflügler bereits an der Toranlage. Zuerst erklärte der Mitarbeiter in der Warte den Gästen
ausführlich, wie ein Kraftwerk funktioniert. Fragen über Hochwasserschutz, Entsorgung von Treibgut und Stromerzeugung beantwortete Wittich geduldig und fachmännisch.
Ausgerüstet mit Helm und Gehörschutz führte er sie durch die im Jahre 1943 in Betrieb genommene und bis heute unveränderte Anlage. Sehr beeindruckend war das Vibrieren der Generatoren sowie die Lautstärke und Wucht der Kaplan-Turbinen.
Wieder auf der bayerischen Seite des Inn angekommen, machte man sich nach diesem kurzweiligen Ausflug mit viel neu erworbenen Wissen im Gepäck auf den Nachhauseweg.

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